Familie stellt mich vor die Wahl – Entweder Familie oder Partner
Hallo zusammen,
ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, wo ich anfangen soll. Ich schreibe diesen Beitrag, weil ich mich im Moment völlig allein fühle und gerne wissen würde, ob andere Frauen etwas Ähnliches erlebt haben und wie sich ihre Situation entwickelt hat.
Ich komme aus einer türkisch-muslimischen Familie. Das Verhältnis zu meiner Mutter war allerdings schon lange vor meiner jetzigen Beziehung schwierig. Wir hatten schon früher häufig Konflikte und ich hatte oft das Gefühl, dass meine Entscheidungen oder Gefühle nicht wirklich ernst genommen werden. Trotzdem liebe ich meine Familie sehr und habe mir immer gewünscht, dass wir irgendwann einen gemeinsamen Weg finden.
Vor etwa 2,5 Jahren habe ich einen syrischen Muslim kennengelernt. Seitdem sind wir zusammen. Natürlich ist unsere Beziehung nicht perfekt und wir hatten auch schwierige Phasen. Ich kenne seine Fehler und halte ihn nicht für einen perfekten Menschen. Gleichzeitig habe ich ihn über die Zeit als einen Menschen kennengelernt, mit dem ich offen über Probleme sprechen kann und mit dem wir Konflikte bisher immer lösungsorientiert angegangen sind. Deshalb konnte ich mir mit ihm eine Ehe vorstellen.
Von meiner Familie hat ihn allerdings nur mein Onkel persönlich kennengelernt. Insgesamt haben die beiden nur zweimal miteinander gesprochen.
Nach dem ersten Gespräch hatte ich zunächst nicht den Eindruck, dass die Situation völlig aussichtslos sei. Mein Onkel äußerte zwar Bedenken, aber ich hatte damals nicht das Gefühl, dass jede Hoffnung verloren wäre.
Einige Zeit später begann mein Onkel jedoch plötzlich, sehr negativ über meinen Partner gegenüber meiner Familie zu sprechen. Ich hatte damals das Gefühl, dass sich meine Familie dadurch immer stärker an seiner Einschätzung orientierte, obwohl sie meinen Partner selbst gar nicht kennengelernt hatte.
Später kam es zu einem zweiten Gespräch zwischen meinem Onkel und meinem Partner. Nach diesem Gespräch eskalierte die Situation endgültig. Mein Onkel hatte danach eine sehr negative Meinung über ihn und riet mir dringend, die Beziehung zu beenden. Aus Sicht meiner Familie spielten dabei unter anderem Aussagen meines Partners in diesem Gespräch, seine familiäre Situation sowie die Sorge eine Rolle, dass diese Beziehung mir langfristig schaden würde. Nach und nach schloss sich meine gesamte Familie der Einschätzung meines Onkels an, obwohl außer ihm niemand meinen Partner persönlich kennengelernt hatte.
Der Druck auf mich wurde immer größer.
Irgendwann habe ich die Beziehung tatsächlich beendet, weil ich dachte, dass ich mich für meine Familie entscheiden müsse. Bevor ich diese Entscheidung getroffen habe, hatte ich sogar eine Panikattacke. Ich war emotional völlig am Ende und hatte das Gefühl, mich innerhalb kürzester Zeit entscheiden zu müssen. Ich wollte niemanden verletzen und hoffte, dass dadurch wieder Ruhe einkehrt.
Allerdings habe ich gemerkt, dass ich mit dieser Entscheidung überhaupt keinen inneren Frieden gefunden habe. Ich habe wochenlang gelitten, sehr viel nachgedacht, gebetet und versucht herauszufinden, was richtig ist. Am Ende habe ich mich nach reiflicher Überlegung entschieden, die Beziehung wieder aufzunehmen, weil ich trotz allem weiterhin glaube, dass er für mich ein guter Ehepartner sein kann.
Gestern habe ich meiner Familie gesagt, dass ich bei dieser Entscheidung bleibe.
Danach ist alles eskaliert.
Am Familientisch sagte mein Bruder zu mir, dass ich mit meiner ersten Entscheidung hätte leben müssen. Er meinte, ich hätte diese Entscheidung bewusst getroffen und dürfte sie jetzt nicht einfach ändern. Er ist der festen Überzeugung, dass ich von meinem Partner beeinflusst worden sei. Ich habe versucht zu erklären, dass ich damals emotional völlig am Ende war und sogar eine Panikattacke hatte. Für ihn änderte das jedoch nichts – er blieb dabei, dass ich mit meiner ersten Entscheidung hätte leben müssen.
Meine Mutter sagte immer wieder, i